Samstag, 5. Oktober 2019

DDR - Frankfurt/Oder

Bezirksverwaltung Frankfurt/Oder
Gebäudekomplex Collegienstraße 10 (früher Große Oderstraße 67)
Von etwa 1950 bis 1969 unterhielt hier die Bezirksverwaltung Frankfurt/Oder eine Untersuchungshaftanstalt. Nachdem das MfS unweit der Bezirksverwaltung Frankfurt in der Otto-Grotewohl-Straße 53 einen Haftanstaltsneubau errichtete, wurde der alte Bau in der Collegienstraße dem Ministerium des Innern übergeben, das ihn als Untersuchungshaftanstalt neben jener in der Gartenstraße weiter betrieb. In den Zellen gab es keine Toiletten, sondern lediglich Kübel zur Verrichtung der Notdurft. 1964 waren zwei Stationen mit durchschnittlich insgesamt 53 Untersuchungshäftlingen belegt. Neben den Untersuchungsgefangenen gab es auch ein Strafgefangenenarbeitskommando, das in einer Wäscherei, einer Schneiderei, der Küche und mit Reinigungsarbeiten beschäftigt wurde.

Die Untersuchungshaftanstalt diente bis 1952 auch als Hinrichtungsstätte.

Belegt sind von 1950 bis 1952 zwölf Hinrichtungen durch das Fallbeil, darunter von sechs Personen, die im Prozess zur Köpenicker Blutwoche zum Tode verurteilt wurden.

Am 10. November 1950 wurde das Todesurteil gegen drei Mitglieder der so genannten Gladow-Bande vollstreckt.

https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/parladoku//w3/drs/ab_4600/4664.pdf

Zu Frage 1:
In dem einstigen Hinrichtungsraum (Raum 027) stand die Guillotine. 
In diesem Raum wurden die Verankerungen für die Befestigung des Fallbeils gefunden.
Dazu gibt es einen Zeitzeugen, der bei den Hinrichtungen anwesend war. 

Das Fallbeil wurde bis Mitte der 60er Jahre in einem versiegelten Abstellraum der Untersuchungshaftanstalt Gartenstraße in Frankfurt (Oder) aufbewahrt.

https://www.maz-online.de/Brandenburg/Brandenburg-verkauft-ein-Gefaengnis

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_in_der_DDR_hingerichteten_Personen

https://www.orte-der-repression.de/einrichtung.php?id=55

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