Sonntag, 6. Oktober 2019

1934 - Deutsches Reich

1934 - Deutsches Reich


1934: Josef Kreier, in Koblenz hingerichtet

10. Januar 1934: Marinus van der Lubbe (* 13. Januar 1909 in Leiden oder Oegstgeest, Niederlande), niederländischer Maurergeselle, angeblicher Reichstagsbrandstifter, vom Reichsgericht in Leipzig zum Tode verurteilt und mit dem Fallbeil in Leipzig hingerichtet. Scharfrichter - Alwin Engelhardt

10. Januar 1934: Rudolf „Rudi“ Ernst Lindau (* 18. Mai 1912). Am 30. Dezember 1933 vom Hanseatischen Sondergericht Hamburg zum Tode verurteilt, weil er am 27. August 1931 einen Polizisten erschossen hatte. Im Untersuchungsgefängnis Hamburg mit dem Fallbeil oder Handbeil hingerichtet.[30]
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17. Januar 1934: Karl Hans (* 1908), Böttcher, Kommunist, vom Dessauer Schwurgericht am 18. Juni 1933 wegen der am 11. Februar 1933 in Hecklingen erfolgten Erschießung des Malers Hans Cieslick – die tatsächlich wahrscheinlich von SA-Leuten begangen wurde – zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung des Urteils erfolgte – obwohl über die eingelegte Revision noch nicht entschieden war – auf Drängen des Gauleiters Loeper im Hof des Dessauer Gerichtsgefängnisses mit dem Handbeil.

17. Januar 1934: Wilhelm Bieser (* 1884), Korbmacher, Kommunist, vom Dessauer Schwurgericht am 18. Juni 1933 wegen der am 11. Februar 1933 in Hecklingen erfolgten Erschießung des Malers Hans Cieslick – die tatsächlich wahrscheinlich von SA-Leuten begangen wurde – zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung des Urteils erfolgte – obwohl über die Revision nicht entschieden war – auf Drängen des Gauleiters Loeper im Hof des Dessauer Gerichtsgefängnisses mit dem Handbeil.
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9. Februar 1934: Arthur Retslag (* 6. Februar 1907), Schmied, Kommunist, als angeblicher Anstifter des Mordes an dem Hitlerjungen Otto Blöcker am 1. Februar 1934 vom Hanseatischen Oberlandesgericht zum Tode verurteilt und im Hof des Hamburger Untersuchungsgefängnisses mit dem Handbeil hingerichtet.[31]
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8. März 1934: Johannes Fick (* 1903), Kutscher, Reichsbannermitglied, war an einer Auseinandersetzung am 31. Juli 1932 (Reichstagswahl) beteiligt, bei der der SA-Mann Willi Meinen zu Tode kam, nachdem Fick und Karl Kaehding ihn verfolgt und mehrfach auf ihn eingestochen hatten. Er wurde am 30. Juli 1933 festgenommen, am 16. September 1933 wegen gemeinschaftlichen Mordes vom Gericht Lübeck zum Tode verurteilt und am 8. März 1934 im Hof des Burgklosters Lübeck mit dem Fallbeil hingerichtet.[32]

13. März 1934: Richard Bahr (* 1910/1911), Melker, Kommunist, wegen der Inbrandsetzung von Scheunen und Kuhställen festgenommen, wegen Brandstiftung zum Tode verurteilt und in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee mit dem Handbeil hingerichtet.[33]

13. März 1934: Friedrich Mann (* 26. März 1903 in Berlin), wegen Raubmordes an der Obsthändlerin Auguste Könicke (geb. Ritz) am 22. Oktober 1932 festgenommen, 1933 zum Tode verurteilt und in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee hingerichtet.[33]

13. März 1934: Alfred Schulz (* 1. Februar 1904), Kellner, wegen Raubmordes an der Obsthändlerin Auguste Könicke (geb. Ritz) am 22. Oktober 1932 festgenommen, 1933 zum Tode verurteilt und in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee hingerichtet.[33]

20. März 1934 in Königsberg: Gustav Lange, wegen der angeblichen Ermordung eines SA-Mannes vom Schwurgericht Königsberg zum Tode verurteilt und hingerichtet.[34]

20. März 1934: Walter Siedelmann, wegen der angeblichen Ermordung eines SA-Mannes vom Schwurgericht Königsberg zum Tode verurteilt und in Königsberg hingerichtet.[34]
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27. März 1934: Peter Huppertz, Arbeiter, wegen der angeblichen Beteiligung an der Ermordung des SS-Scharführers Kurt Hilmer im Jahr 1932 in der Strafanstalt Ulmer Höh mit dem Handbeil hingerichtet.[35]

27. März 1934: Otto Lukat (* 28. April 1904 in Jodringkehnen), Maurer, Kommunist, wegen der angeblichen Beteiligung an der Ermordung des SS-Scharführers Kurt Hilmer am 20. Juni 1932 in Erkrath[36] in der Strafanstalt Ulmer Höh mit dem Handbeil hingerichtet.

27. März 1934: Matthias Josef Moritz (* 1913), Arbeiter, Kommunist, wegen der angeblichen Beteiligung an der Ermordung des SA-Scharführers Hilmer am 20. Juni 1932 in der Strafanstalt Ulmer Höh mit dem Handbeil hingerichtet.

27. März 1934: Emil Schmidt (* 1884), Arbeiter, Kommunist, Stadtverordneter in Düsseldorf, wegen der angeblichen Beteiligung an der Ermordung des SS-Scharführers Kurt Hilmer am 20. Juni 1932 in der Strafanstalt Ulmer Höh mit dem Handbeil hingerichtet.[37]
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7. April 1934: Paul Lehmann, Melker, wegen Mordes zum Tode verurteilt und hingerichtet.[33]

17. April 1934: Erich Achtenhagen (* 12. Dezember 1902 in Berlin), als Mitglied einer in Berlin-Schöneberg aktiven Raubbande 1932 festgenommen 1933 vom Landgericht Berlin II wegen Mordes zum Tode verurteilt und hingerichtet.[33]

17. April 1934: Erwin Hildebrand (* 28. Februar 1912 in Berlin), als Mitglied einer Räuberbande aus Berlin-Schöneberg ("Geselligkeitsverein Einigkeit", "Schrecken von Schöneberg") wegen des am 13. Mai 1932 erfolgten Raubmordes an dem Prokuristen Bruno Sauer und des BVG-Lohngeldraubes am Charlottenburger Rathaus am 15. September festgenommen, 1933 vom Landgericht Berlin II wegen Mordes zum Tode verurteilt und hingerichtet.[33]

17. April 1934: Alfons Hoheisel (* 25. Juni 1909 in Lissa), als Mitglied einer in Berlin-Schöneberg aktiven Raubbande 1932 festgenommen, 1933 vom Landgericht Berlin II wegen Mordes zum Tode verurteilt und hingerichtet.[33]

17. April 1934: Willi Krebs (* 1. Juli 1909 in Neukölln), als Mitglied einer in Berlin-Schöneberg aktiven Raubbande 1932 festgenommen, 1933 vom Landgericht Berlin II wegen Mordes zum Tode verurteilt und hingerichtet.[33]
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19. Mai 1934: Jonny Dettmer (* 11. September 1901), Hafenarbeiter, nach seiner Beteiligung an politischen Auseinandersetzungen am Altonaer Blutsonntag festgenommen, am 2. Mai 1933 vom Hanseatischen Sondergericht wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und im Hamburger Untersuchungsgefängnis Holstenglacis mit dem Handbeil hingerichtet.[38]

19. Mai 1934: Fritz Fischer, nach seiner Beteiligung an politischen Auseinandersetzungen am Altonaer Blutsonntag festgenommen, am 2. Mai 1933 vom Hanseatischen Sondergericht wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und im Hamburger Untersuchungsgefängnis Holstenglacis mit dem Handbeil hingerichtet.[38]

19. Mai 1934: Arthur Schmidt (* 24. Januar 1908), Tischler, kommunistischer Funktionär, nach seiner Beteiligung an politischen Auseinandersetzungen am Altonaer Blutsonntag festgenommen, am 2. Mai 1933 vom Hanseatischen Sondergericht wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und im Hamburger Untersuchungsgefängnis Holstenglacis mit dem Handbeil hingerichtet.[38]

19. Mai 1934: Alfred Wehrenberg (* 17. Juli 1898), Schiffsheizer, kommunistischer Funktionär, nach seiner Beteiligung an politischen Auseinandersetzungen am Altonaer Blutsonntag festgenommen, am 2. Mai 1933 vom Hanseatischen Sondergericht wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und im Hamburger Untersuchungsgefängnis Holstenglacis mit dem Handbeil hingerichtet.[38]
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14. Juni 1934: Richard Hüttig (* 18. März 1908 in Bottendorf), Kommunist, 1933 wegen der Anschuldigung den SS-Mann Kurt von der Ahé erschossen zu haben festgenommen, am 16. Februar 1934 wegen schweren Landfriedensbruchs und versuchten Modes zum Tode verurteilt und in der Strafanstalt Plötzensee mit dem Handbeil hingerichtet (6.00 Uhr).[33]

14. Juni 1934: Otto Woithe (* 26. März 1914 in Zehlendorf), Kommunist, wegen gemeinschaftlichen Mordes, begangen an Fritz „Imme“ Schmitzberg (* 29. Oktober 1916 in Zehlendorf) am 21. März 1933 in Berlin-Grunewald (erschossen auf einer Schonung), und wegen Brandstiftung vom Schwurgericht Berlin zum Tode verurteilt und in der Strafanstalt Plötzensee mit dem Handbeil hingerichtet (6.06 Uhr).[33]

14. Juni 1934: Willi Rochow (* 18. März 1915 in Kieck), Kommunist, wegen gemeinschaftlichen Mordes, begangen an Fritz „Imme“ Schmitzberg (* 29. Oktober 1916 in Zehlendorf) am 21. März 1933 in Berlin-Grunewald (erschossen auf einer Schonung), und wegen Brandstiftung vom Schwurgericht Berlin zum Tode verurteilt und in der Strafanstalt Plötzensee mit dem Handbeil hingerichtet (6.10 Uhr).[33]
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Juli/August/September 1934: Stefan Kaptur, Kommunist. Kaptur wurde beschuldigt an der Erschießung des SS-Manns Adolf Höh am 6. Dezember 1930 in Dortmund beteiligt gewesen zu sein. Ein erstes Strafverfahren gegen ihn wurde um 1931 eingestellt. Nach 1933 wurde der Fall neu aufgerollt: Am 7. Dezember 1933 wurde Kaptur vom Oberlandesgericht in Hamm des Mordes an Höh für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Kaptur, dessen genaues Todesdatum der Literatur nicht zu entnehmen ist, war neben Friedrich Rapior und Hans Voit die erste im Dortmunder Gefängnis "Lübecker Hof" mit dem Fallbeil hingerichtete Person.[39]

30. August 1934: Friedrich Rapior, Maler, Kommunist, wegen der Beteiligung an einem Angriff auf den Nationalsozialisten Walter Ufer in Dortmund am 24. Juni 1932, der zwei Wochen später an seinen Verletzungen starb, wegen gemeinschaftlichen schweren Landfriedensbruchs und gemeinsamen Mordes angeklagt. Ein erstes Strafverfahren wurde eingestellt. Nach Wiederaufnahme des Verfahrens wurde er am 7. März 1934 zusammen mit Hans Voit zum Tode verurteilt und am 30. August 1934 im Dortmunder Gerichtsgefängnis mit dem Handbeil hingerichtet.[40]

30. August 1934: Hans Voit, Bergmann, Kommunist, wegen der Beteiligung an einem Angriff auf den Nationalsozialisten Walter Ufer in Dortmund am 24. Juni 1932, der zwei Wochen später an seinen Verletzungen starb, wegen gemeinschaftlichen schweren Landfriedensbruchs und gemeinsamen Mordes angeklagt. Ein erstes Strafverfahren wurde eingestellt. Nach Wiederaufnahme des Verfahrens wurde er am 7. März 1934 zusammen mit Friedrich Rapior zum Tode verurteilt und am 30. August 1934 im Dortmunder Gerichtsgefängnis mit dem Handbeil hingerichtet.[40]
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14. September 1934: Franz Schidzig (* 1905/1906), Kraftfahrer, Kommunist, im Januar oder Februar 1933 wegen des Verdachtes sich an einem Angriff von Kommunisten auf das SA-Heim am Westbahnhof in Iserlohn am 16. Januar 1933 – bei dem der SA-Truppführer Hans Bernsau mehrere Schusswunden erlitt, an denen er schließlich gestorben war – beteiligt zu haben festgenommen, aufgrund eines – wahrscheinlich unter Folter abgegebenen und später (vergeblich) widerrufenen – Geständnisses, dass er die tödlichen Schüsse auf Bernsau abgegeben habe, vom Landgericht Hagen im September 1933 zum Tode verurteilt und am 14. September 1934 in Hagen hingerichtet. Das Urteil wurde 1958 als nicht haltbar aufgehoben.[41]

29. September 1934: Willi Johann Jaspers (* 28. Januar 1898 in Meldorf), Seemann, Kommunist, bei einer Straßenschlacht mit der SA am 28. Februar 1933 festgenommen, vom Sondergericht am Hanseatischen Oberlandesgericht am 25. September 1934 wegen Mordversuches und Widerstands zum Tode verurteilt und in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis mit dem Handbeil hingerichtet.[38]

16. Oktober 1934: Kurt Voglemann (* 26. Oktober 1913 in Neukölln), Arbeiter, wegen Raubmordes, begangen am 10. Dezember 1933 an der Ernestine Andryczewski, geb. Klosowscki (* 5. März 1864 in Parchalin), seiner Großmutter, zum Tode verurteilt und hingerichtet.

10. November 1934: Josef Reitinger (* 1913), Koch, Kommunist, am 25. Juli 1933 festgenommen und ins wilde KZ in der Frankfurter Perlenfabrik verschleppt. Man warf ihm vor, am 4. Juni 1932 an der Erschießung des SA-Mannes Hans Handwerk beteiligt gewesen zu sein. Reitinger gestand die Tat nach schweren Misshandlungen; später widerrief er das Geständnis. Am 25. September 1933 wurde er wegen Mordes zum Tode verurteilt und am 10. November 1934 hingerichtet.[42]

17. Dezember 1934: Wilhelm Schuhkraft (* 14. Februar 1894 Ginnheim/Kreis Frankfurt) Vergehen unbekannt[23]

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