Freitag, 13. September 2019

Scharfrichter - Alois Weiß

Alois Weiß (* 16. Oktober 1906 in Ruma, Österreich-Ungarn; † 26. Februar 1969 in Straubing) war ein deutscher Scharfrichter zur Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich. Er war von 1943 bis 1945 Scharfrichter in der „zentralen Hinrichtungsstätte für den Vollstreckungsbezirk IX“ im Gefängnis Pankrác in Prag. In diesem Zeitraum war Weiß an insgesamt 1079 Hinrichtungen beteiligt.

 



"Alois Weiss lebte nach dem Krieg zusammen mit seiner Frau und seinem Schwager Otto S. in Straubing in bescheidenen Verhältnissen. Offenbar war Weiss nichts von seinen großen Einkünften während seiner Scharfrichterzeit in München und Prag geblieben. Nach dem Großen finanziellen Aufstieg folgte nun ein tiefer Fall. Weiss arbeitete als Notstandshelfer, oder war arbeitslos. Ein Reporter der Süddeutschen Zeitung beschrieb 1953 seine Lebensverhältnisse: In der kleinen, übermaßig geheizten Küche des einsamen Gehöfts, in dem Weiss mit seiner Frau zwei winzige Zimmer bewohnt, sitzt der ehemalige Scharfrichter und streckt behaglich die Beine unter den Tisch. Nach dem Tod des Schwagers im Jahr 1957 verzog das Ehepaar in einen Wohnblock der Landes wohnungs fürsorge, 1965 arbeitete der inzwischen 59 Jährige als Saaldiener.
Alois Weiss war dort angekommen, wo er bis zu seinem sagenhaften Aufstieg zum Scharfrichter schon einmal war ganz unten. So entpuppt sich seine blutige Karriere als eine kurze Episode in seinem Leben, die sich gerade einmal über vier Jahre erstreckte. Dieser Aufstieg war nur unter dem ausgehenden Regime der Nazis möglich gewesen un der sich die Justiz mit Methoden, die mit einem Rechtstaat nichts gemein hatten, gegen die eigene Bevölkerung wie gegen Menschen in den besetzten Ländern wandte."
Source: Berufswunsch Henker by Klaus Hillenbrand

1953, acht Jahre nach dem Krieg, erhielt das Landgericht Regensburg folgenden schriftlichen Antrag:
Aufgrund der Aufhebung des Todesstrafengesetzes in Deutschland habe ich keine Chance, meine Pflichten als Henker wahrzunehmen. Last but not least fühle ich mich nach wie vor wie ein Henker und habe daher Anspruch auf ein angemessenes Gehalt, da niemand meine Position als Henker offiziell aufgegeben hat. "
Der Urheber dieser Anfrage war kein anderer als der Pankrac-Henker Alois Weiss.

In 1953, 8 years after the War, the regional court in Regensburg received the following written request: As a result of repealing the death penalty law in Germany I have no chance to perform my duties as an executioner. Last but not least, since nobody formally did away with my position as an executioner, I still feel like an executioner, and therefore have a right to receive appropriate salary. " The originator of this request was none other than the Pankrac prison executioner Alois Weiss.

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